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Hi folks! Alles klar?! Längst war alles klar und wo zum Teufel lag eigentlich nochmal Gütersloh? Nix war’s mit einem weiteren gemütlichem Swingabend wo man genügend Raum und Zeit hatte sich mit seinen direkten Nachbarn gedanklich ausgiebiger zu beschäftigen – „Alles auf einmal kommt in Fahrt“; das Bürgerhaus Stollwerck proppevoll mit Jungs und Mädels in allen Farben, aufgeweckt und angetickt in alle Richtungen – let’s roll! Nach „Alles macht weiter“, Mein System kennt keine Grenzen“ und „Weil es Liebe ist“ – die zu erwartende Eröffnungsvariante – die ersten… mein Gott ja, die angetickten Girlies hinter mir lautstark und enthemmt kreischend nach den ersten Clash-Takten zu „Ich – wie es wirklich war“. Kein wirklicher „Evergreen“ danach, vielmehr die erste Verausgabungsantwort der Band selbst, dass Köln heute weggerockt wird und schon kreischten sie wieder, die Getickten. Und Jochens’ anschliessende Frage „Das war geil, oder?“ konnte ich mir schlicht mit den ersten Blicken auf meinen Hemdkragen und den oberen Brustbereich beantworten: Nass! Und ich wusste nicht mehr so recht wie ich weitere Körperflüssigkeiten in mir hallten sollte; heiss war es geworden und zwar verdammt heiss. Eben nass; welch doch (auch) geiler Zustand.
Und jetzt ihr: „Komm saaaaag es aaaaallen wir sind frei..!“ – sollte nicht das einzige mal bleiben, dass man sich ins Geheim dachte: „Komm egal, scheiss was auf die ganzen Rockkonzert-Klischees“, die nehmen wir heute alle mit und es ist mir piepschnurzegal ob das nun peinlich ist, Hauptsache es bleibt noch ein wenig so wie es eben gerade ist: geil.
„Status: Quo Vadis“, die siebte Nummer des Abends. Jochen faselt in der Ansage was von komplett durchdrehen und „Extasebodyhitze durch die Bodies, durch in die Hände rein; durchdrehen, durchdrehen“ und ich denk mir wieder so etwas wie: okay – und schaue wieder einmal mehr vorsichtig an meinem Body herunter: Nass, nässer, ziemlich durch. Und dann macht man das, was man eben macht: man tanzt.
Der bekannte Mittelblock: „Eintragung ins Nichts“, „Anders als glücklich“, „In der Wirklichkeit“, „Der Sturm“ – zum ersten mal wird sich spieltechnisch – wie sich das für ein Rockkonzert gehört – richtig verzockt (Andre verwirbelt sich) und auch singt ja „Sir Michael“ wieder: auweia! Und doch kommt man zu einem einfach auszudrückendem Gefühl: Alright.
Wirkte „Pro Familia“ in Gütersloh doch noch ein wenig unbeholfen, machte es in Köln endlich genau das was es eigentlich live machen soll: tanzbar sein. Ein wenig vielleicht fliege ich gerade, zumindest spürend in den mir selbst gebastelten Wolken, einmal nach oben und zurück – den Atlantik phantasiereich und gedanklich kurz überquert und einmal liebevoll gewunken – nun also doch noch: Zeit und Raum für die Dinge die da hochkommen. Und auch das anschliessende „Die Diktatur der Angepassten“ funktioniert wieder und macht das, was es schon oft gemacht hat; wenn auch genau das Gegenteil von Fliegen: Wut in meiner eigenen Übersetzung zu einer schmerzhaften Erinnerung und ich gucke fast bewegungslos für einen langen Moment hoch zu der Empore zu einer dort stehenden Frau die mich an wen erinnert. Wie passend und vor allem wie wunderbar, das kurz vor Ende des Stückes die linke PA-Box – vor der ich fast unmittelbar stehe – beängstigende wummernde und nach bösen Geistern klingende Geräusche von sich gibt und ich mir wünsche, dass dies jetzt nicht aufhört. Eine Weile noch. Nur eine Weile noch. Jochen raucht im Scheinwerferlicht und jemand ruft: weiterrauchen. Dann ist es vorbei.
Der kleine Zwischenfall kippte immerhin die Setlist, auf die ich kurz nach dem Konzert zumindest einen Blick werfen durfte; jemand schnappte sie mir haarscharf vor der Nase weg. Das jetzt hätte folgen sollende „So lebe ich“ und das für den Schluss geplante „Die Welt ist schön“ sollte Köln nicht zu hören bekommen. Es kam ein wenig anders. Man baute nun kurzfristig „Nights in white satin“ ein. Erstaunlich wie viele den Text der Moody Blues mitgröhlen konnten und Jochen pfeifend im letzten Refrain; immerhin, wenn schon nicht bei der „schönen Welt“. Und dann verschwanden die Jungs auch schon das erste mal von der Bühne. Ende des Hauptprogramms.
The bonus tracks: „Tausend Tränen tief“ – wie schön doch immer wieder, wie schön doch auch wieder eine Dame irgendwo da rechts neben mir, nun oder auch nur eben doch wiederholend: swingen kann. „Und immer wieder Liebeslieder“ gehört wiederum nur mir ganz allein: „Ich wär lieber bei dir“. „Graue Wolken“ (wieder mit dabei) und gleich hinterher die doch eh schon immer ein wenig ähnlich klingenden Akkorde der „Wellen der Liebe“. Na ja; überstanden. Und dann – endlich auch wieder: „Superstarfighter“; ein ganz kurzer Blick noch einmal hoch zu der Empore – gut ist, tut doch längst nicht mehr weh…
Das „Verstärker“-Finale: „Jedes geschlossene Herz ist ein Sarg“ – und als ich kurz vor der „Electric guitars“-Stelle – die Stelle, an der man schlicht seine Arme hochreisst und in den Himmel fliegen möchte – versuche ich meine Augen zu öffnen und es brennt dabei so ungemein und es wirklich nicht gehen mag, da inzwischen mein Pearli-Haargel in meine Augen geflossen ist, lasse ich sie einfach zu und fliege eben auch so weiter.
Ich bin bedient und beglückt genug und so versuche ich komplett nassgebadet mich nun nur noch ein wenig zu „Sonntag“ und „Jenseits von Jedem“ ausklingend zu bewegen. Schwierig, aber es gelingt; irgendwie. Nach den zumindest für mich längsten und ungeschlagensten 145 Blumfeld-Minuten verlasse ich die Kölner Badewanne, falle wie ein Stein behütet in mein Bett und frage mich wann es wieder weitergeht.
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