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Da dachte ich nun, ich würde mich in großen roten Sesseln verlieren, ein paar Scheinwerfer könnten durch meine geschlossenen Lider sickern und ich würde wegfliegen, dorthin, wo mich nur ein Song tragen kann. Doch wenn alles anders kommt, als erwartet, stellst du dich um und bist dabei. Ich stand in einer Menge von Sitzenden und tanzte, und flog weg, dorthin, wo mich nur ein Song tragen kann. "Trotzdem wir hier in einem Theatersaal sind, ist dies eine Rockveranstaltung. Deshalb können Körper in Bewegung geraten und wenn ihr mögt, steht ihr auch auf." ~ sinngemäß Jochen Distelmeyer.
Die Entscheidung war schnell gefallen. Blumfeld in der Volksbühne für 7 Euro? Schon fand ich mich zusammen mit zwei Freunden im „Großen Haus“ der Volksbühne wieder. Wir schienen aus dem Bett gefallen zu sein. Schnell die Haare zur Seite geföhnt und dann auf ein Rockkonzert. Nicht jeder hatte einen Sitzplatz abgekriegt, doch das sollte sich später nicht als Nachteil herausstellen. Und der Abend sollte verzaubern. Selbst Menschen, deren Eltern ausgemachte Blumfeldgegner sind, konnten ihr Entzücken kaum verbergen. Schon als Heinz Strunck, eine Hälfte von Studio Braun, die Bühne betrat und die ersten Worte aus seinem Mund fielen, konnte ich die Gelassenheit unter den Sesseln spüren. Als sich dann Michael „Michael(engl.)“ Mühlhaus dazu gesellte und sie einen ,wie uns bald klar wurde, Wahnsinnshit namens „Computerfreak“ regelrecht performten, war bereits allen klar, dass dieser Abend kein schlechtes Ende nehmen könnte.
Schon kam auch der Rest der Band auf die Bühne und die ersten Takte wohlbekannter Musik erklangen. Die Köpfe fingen an mitzunicken und hier und da bewegte sich bestimmt auch ein Fuß in den Reihen. Bald aber klärte uns Jochen auf, dass wir hier immerhin auf einer Rockveranstaltung seien und wir somit auch zum Tanzen aufstehen könnten. Darauf reagierte nicht gleich der ganze Saal, doch nach und nach verbreitete sich die Freude an der Bewegung. Das Set war abwechslungsreich – es gab von fast jeder Platte was zu hören. Zu „Jenseits Von Jedem“ haben wir es tatsächlich geschafft unser Vorhaben umzusetzen und die gesamte Zeit des Stückes durchzutanzen. Nach einer Pause oder dem, was viele das vorläufige Ende des Konzerts und die darauf folgende Zugabe nennen, kam nur Jochen auf die Bühne und begann zu einer ruhigen Melodie zu tanzen. Später ging dies dann in „Tausend Tränen Tief“ über. Nach 2 oder 3 weiteren Stücken und viel Applaus, war es dann doch Zeit geworden, die Sachen unter den Arm zu klemmen und zu gehen. Und so blieb ich mit einem unbestimmten Gefühl und dem grünen Plastikarmbändchen der Volksbühne zurück.
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